|
Am 13.06.2008 fand die Veranstaltung „Forum Produktivfaktor Information“ des Studienbereichs Informationswissenschaft des Fachbereichs Media der Hochschule Darmstadt mit Vertretern aus Industrie und Handel statt. Zielsetzung des Workshops war, heutige und künftige Aufgaben von Informationsmanagern unter anderem in der Unternehmensorganisation, in der internen Kommunikation, im informationstechnischen Bereich und in betrieblichen Informationseinrichtungen zu definieren und die Anforderungen mit den Kompetenzprofilen von ISE-Absolventen abzugleichen.
Folgende Fragestellungen sollten diskutiert und beantwortet werden: Wodurch zeichnen sich moderne Informationsdienste aus und welche Kompetenzprofile sind zu ihrer Realisierung notwendig? Welche Anforderungen haben Unternehmen in diesem Bereich? Passen das Angebot des Studienprogramms mit den Anforderungen von Unternehmen zusammen? Welche Aspekte / Themen fehlen? Erscheinen Weiterbildungsangebote sinnvoll und wenn ja, welche?
Prof. Geribert E. Jakob machte mit seinem Vortrag "Media Asset Management (MAM) " den Anfang und erläuterte die technischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen des „Media Asset Management’s“. MAM umfasst die Handhabung von vielgestaltigen Informationen, die in Sendern und Verlagen, bei der Content Syndication, bei Datenhosts, Bild- und Film-Agenturen, aber auch breit gefächert im Marketing, in der Öffentlichkeitsarbeit usw. von Unternehmen und Institutionen auftreten. Prof. Bernhard Thull zeigte mit seinem Vortrag „Information Engineering“ die Methoden, Techniken, Werkzeuge und deren Anwendung im Informationsmanagement. Dazu gehört die Konzeption, die Planung, der Entwurf und die Realisierung von Informationssystemen in Unternehmen. Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Internet- und Intranetanwendungen (Stichwort ‚Web 2.0‘) eröffnen auch in Unternehmen neue Möglichkeiten für das Information Engineering. Sie reichen von einem leichtgewichtigen“ Ersatz für die bestehende IT-Infrastruktur bis hin zu einem völlig neuen, web-zentrierten Geschäftsmodell. Zur effektiven Umsetzung solcher Anwendungsszenarien brauchen die beteiligten Planer und Entwickler allerdings bestimmte Kompetenzen, die über das typische Know-how von Informatikern einerseits und Informationsspezialisten andererseits hinausgehen.
Prof. Martin Michelson stellte in seinem Vortrag „Informationsmanagement“ die verschiedenen Gestaltungsebenen des Informationsmanagement in Unternehmen und Organisationen vor. Dazu gehören das Ressourcenmanagement, das Dienstleistungsmanagement, das Systemmanagement und das Prozessmanagement. Eine Informationsinfrastruktur wird nur dann effektiv funktionieren, wenn alle Mitarbeiter in die Prozesse eingebunden sind. Informationsfachleute sollten in der Lage sein, das Informationsmanagement mit all seinen Aufgaben mitzugestalten. Dies erfordert eine breit angelegte Kernausbildung, die gleichzeitig die Möglichkeit zur Spezialisierung eröffnet.
Die Veranstaltung wurde abgerundet durch eine Podiumsdiskussion, bei der die Referenten dem Publikum für Fragen zur Verfügung standen.
Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung, die vom Publikum gut angenommen wurde.
Die Studiengänge Informationswissenschaft Bachelor und Master scheinen die Erwartungen von Industrie und Handel verstanden zu haben und geben ihren Absolventen die notwendigen Werkzeuge in die Hand. Neben dem Vollzeit-Masterstudiengang werden Weiterbildungsangebote und Seminare als Abend- bzw. Wochenend-Veranstaltung gewünscht. Referenten: Organisatorinnen: Teilnehmer:
|